Wo es am besten schmeckt, da lass dich nieder

Auch wenn Essensbilder neben Katzenvideos zu den meistfotografierten Objekten in den sozialen Medien zählen: Die Resultate von jahrzehntelangem Schlankheitskult und Diätenirrsinn zeigen sich überall. Nur dünne, sich kasteiende und sportliche Menschen gelten als diszipliniert, gesund und durchsetzungsstark und werden uns als Rolemodels tagtäglich vor Augen gehalten. Genuss und Lebensfreude treten damit eher in den Hintergrund.
Dabei weiß eigentlich jeder, dass genussvolles und liebevoll zubereitetes Essen, am besten noch in wunderbarer Gesellschaft, Seelentröster, Genuss-Highlight und ein Akt von wahrer Zuwendung sein kann. Wir reden wohlgemerkt nicht von Essen als Kompensation für Stress, Ablehnung oder sonstige Probleme! Wir erinnern vielmehr daran, dass viele von uns ein Lieblingsessen aus ihrer Kindheit oder Jugend haben, mit dem sie nicht nur Genuss, sondern auch eine Art von Geborgenheit, Sicherheit und Angenommensein verbinden, und das ihnen deshalb so kostbar ist und guttut, wenn sie es sich selbst zu bereiten. Wohl denen, die noch eine Oma haben, die es gelegentlich für sie kocht.
Essen ist immer mehr als nur Nahrungsaufnahme, wir verbinden damit Geselligkeit, Austausch mit anderen und eben auch Genuss. Wir verwenden viel Zeit für die Auswahl der Zutaten, verbringen Stunden in der Küche bei der Zubereitung und haben Freude daran, wenn es uns selbst und unseren Gästen schmeckt. Und selbst wenn unsere Gästeschar aus Veganerinnen und lactoseintoleranten oder einfach nur mäkeligen Gästen besteht, werden wir mit etwas Geschick, einem schön gedeckten Tisch und passenden Getränken sowie guten Gesprächen auch diese Gegensätze wunderbar vereinen können. Guten Appetit und viel Freude!

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