Wer bin ich?

Das wird kein heiteres Beruferaten, auch kein tiefsinniger Einwurf über Ziele und Bestimmung im Leben, sondern die kurze Beschäftigung mit einer Störung, die den ein oder anderen aus der Bahn werfen kann. Depersonalisation genannt, soll sie bis zum fünfzig Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens treffen. Meist sind traumatische Erlebnisse ein Auslöser dafür, sich selbst sprichwörtlich nicht mehr im Spiegel zu erkennen, die Außenwelt nur wie durch dickes Glas zu betrachten, nicht mehr dazuzugehören.

In der Regel verblasst dieses Unwirklichkeitssyndrom nach einem schlimmen Erlebnis relativ schnell wieder, bei etwa ein oder zwei Prozent der Betroffenen entwickelt sich aber eine klinisch relevante Störung daraus. Angst ist der ursächliche Auslöser dafür, und das Heraustreten aus der eigenen Persönlichkeit eine Antwort darauf. Trotz der vorherrschenden Angst ist die Person in der Lage, weiterzuexistieren und das Geschehene von sich abzukoppeln, sodass nach außen hin zumindest das Leben weitergehen kann.

So ernst wie das klingt, ist es auch und muss daher von psychologisch ausgebildeten Experten begleitet werden. Überhaupt haben die Betroffenen meist einen Ärztemarathon hinter sich, bevor das Syndrom überhaupt diagnostiziert wird. Medikamente gibt es dafür nicht, die Patient*innen müssen in Verhaltenstherapien lernen, mit den Einschränkungen umzugehen bzw. diese Stück für Stück abzubauen.

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