Von der Freiheit, es laufen zu lassen

Während wir von Mädchen in weit entfernten Ländern lesen, die wegen fehlender Hygieneartikel während ihrer Regelblutung nicht in die Schule dürfen (den ganzen Mist von unreinen Frauen lassen wir hier mal weg), entwickelt sich seit ein paar Jahren in unseren Gefilden ein, wenn man zynisch wäre, würde man sagen, dazu passender Trend: es frei laufen zu lassen. Keine Tampons, keine Binden, nichts. Mithilfe von Beckenbodentraining soll es jeder Frau möglich sein, auch die Regelblutung so zu steuern, dass sie spürt, wenn es Zeit wird, auf die Toilette zu gehen. Für Notfälle können spezielle Unterhosen oder eben einfach saugfähige Tücher bereitliegen bzw. verwendet werden.

Im Zeitalter von Klimaschutz und Nachhaltigkeit durchaus eine gute Sache. Auch wenn sich das keiner ständig vor Augen halten will, die monatlichen Müllberge aus Tampons und Binden müssen gewaltig sein. Vom Ressourcenverbrauch beim Herstellungsprozess ganz zu schweigen.

Es lohnt sich also, über Alternativen nachzudenken. Und wie immer hilft das Internet. Frau kann sich ausführlich informieren, wie genau sie ihren Beckenboden für free bleading trainiert, welche Hilfsmittel geeignet sind und ob es nicht noch andere nachhaltige Alternativen zu Tampon und Co. gibt. Waschbare Einlagen zum Beispiel oder die hier auch schon mal besprochene Menstruationstasse. Wir haben also, anders als Mädchen am anderen Ende Welt, nur die Qual der Wahl …

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