Pferde vor der Apotheke

Es reicht wohl, die Überschrift so zu verkürzen, und trotzdem wird jedem klar sein, dass es um ein eher unappetitliches Thema geht. Oder vielleicht erst mal nur um die Frage, ob Pferde wirklich nicht kotzen (es bleibt auch hier im Text bei diesem unschönen Begriff, weil „sich übergeben" oder „erbrechen" bei aller Liebe nicht zu so einem großen Tier passen) können. Ganz offensichtlich nicht, wie die Pferdeexperten und Tierärzte so von sich geben. Aber Pferde neigen tatsächlich dazu, sich den Magen zu verderben, weil der nämlich relativ klein und somit der gesamte Verdauungsapparat sehr sensibel ist. Hinzu kommt, dass zwischen ihrem Magen und der Speiseröhre ein sehr kräftiger Schließmuskel sitzt, der verhindert, dass der Speisebrei den Rückwärtsgang einschlägt. Kotzen ist also nicht möglich … es sei denn, der Darm ist für den Abtransport der Nahrung auch verschlossen, dann schießt das Ganze doch nach oben und kommt durch die Nüstern wieder nach draußen. Ach, man will sich das alles gar nicht vorstellen, aber leid tun einem die Tiere dann schon.
Bei uns Menschen läuft eine ganze Kaskade von Funktionen ab, damit wir brechen können: sehr beeindruckend! Und es beginnt im Kopf, nämlich damit, dass sich das Brechzentrum mit anderen Hirnregionen, die für Atmung, Kreislauf und Gleichgewicht zuständig sind, und dem parasympathischen Nervensystem abstimmt. Das anschließende Erbrechen ist ein perfekt koordinierter Vorgang unterschiedlicher Körperfunktionen: Das Zwerchfell und die Bauchmuskeln verkrampfen sich und treiben das Erbrechen voran. Der obere Darmabschnitt löst eine Druckwelle aus, die, sobald sie auf den Magen trifft, den Inhalt in schnellem Tempo nach oben drückt. Während die Speiseröhre hilft, den Mageninhalt voranzuschieben, verschließen sich Luftröhre und der Nasenrachenraum vollständig. So wird nichts eingeatmet, und man erstickt nicht am Erbrochenen …
In der Regel ist es so: Es geht einem danach besser, und damit beenden wir dieses Thema nun auch.

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