Mund auf, dein Gehirn braucht Kühlung!

Das hat noch keiner gesagt, richtig? Die Erkenntnis ist auch nicht so alt, obwohl doch schon ewig gerätselt wird, warum wir nun immer wieder gähnen müssen. Klar, wir sind müde (manche meinen auch, gelangweilt), aber wir gähnen auch bei Überforderung, Anstrengung und Stress. Klingt schon sympathischer. Und wir gähnen auch, weil wir empathisch sind. Das passiert immer dann, wenn wir sehen, dass jemand gähnt, und im nächsten Moment selbst den Mund aufreißen, um zu gähnen. Unsere Spiegelneuronen, die dafür zuständig sind, werden auch tätig, wenn wir andere weinen sehen. Bei Soziopathen sieht das übrigens ganz anders aus, aber das nur am Rande.
Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass wir bei angenehmen 20 Grad Außentemperatur viel häufiger gähnen, als wenn es wesentlich wärmer oder kälter ist. Mit dem Mundaufreißen atmen wir tiefer durch und befördern somit auch mehr Sauerstoff in unsere Atemwege. Doch der Sauerstoffmangel soll nicht der Grund für ausgedehntes Gähnen sein, sondern vielmehr der Kühleffekt, der sich auf das Gehirn auswirkt, wenn wir die frische Luft verstärkt aufnehmen. Der Effekt: Es lässt sich besser denken. Somit sollten wir also Abbitte bei unsere Kolleg*innen leisten, die wir während unserer Vorträge gähnen sahen. Sie fanden unser Reden nicht langweilig und ermüdend, sondern bereiteten sich mit ihrem Gähnen auf eine temperamentvolle Diskussion unserer Thesen vor!

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