Misophonie: Wenn Kauen, Schmatzen und Schlucken Hass- Geräusche sind.

Knack, würg, knirsch, seufz …

Sobald man diese Erikative (so die ironische Bezeichnung nach der Micky-Mouse-Übersetzerin Erika Fuchs) liest, hat man direkt die entsprechenden Geräusche im Ohr. Und verzieht meist gleich das Gesicht dazu, denn wirklich angenehme Geräusche sind das nicht. Normalerweise ertragen wir sie mit mehr oder weniger Fassung, denn wir selbst verbreiten diese ja auch in bestimmten Situationen. Aber wie es immer so ist, gibt es Mitmenschen, denen die Geräusche anderer Menschen mehr zusetzen als den „Normalos“. Sie werden vom Kauen, Schlürfen oder Stöhnen ihrer Nebensitzer*innen direkt getriggert und leiden regelrecht körperlich deswegen.
In ganz schlimmen Fällen können diese Trigger Depressionen auslösen, die nur mithilfe von Medikamenten wieder einzufangen sind. Extremfälle, ja, aber durchaus nicht zu vernachlässigen.
Bis jetzt sind die Ursachen für die Misophonie, so der Fachbegriff zu dieser Störung, noch nicht ganz klar. Auch nicht, wer warum das Risiko trägt, sich von solchen menschlichen Geräuschen zutiefst stören zu lassen. Die Misophonie ist bisher eher wenig erforscht und erst auf dem Weg, als eine psychische oder neurologische Störung wirklich anerkannt zu werden. Noch gilt hierzulande eher das Motto, dass man sich nicht so anstellen möge, wenn einen die mitmenschlichen Geräusche zur Verzweiflung treiben. Und so machen wir hiermit deutlich, dass man das nicht einfach ertragen muss, sondern sich ruhig auf den Weg machen kann, herauszufinden, ob man an einer solchen Störung leidet und wenn ja, wie man damit umgehen kann.

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