Egal wo, egal wann, egal wie laut: Niesen muss sein!

Die Situation kennt nun wirklich jede bzw. jeder: Es kribbelt in der Nase, aber herzhaft zu niesen kommt nicht infrage, manchmal will man ja nicht unangenehm auffallen. Ein leises Konzert, ein spannender Vortrag, ein Meeting mit dem Chef oder andächtige Stille in der Sauna – dem Druck im Kopf und dem Kitzeln in der Nase kann dann nicht nachgegeben werden! Einfach die Nase zuhalten? Ist eine Möglichkeit, macht aber bei der Vorstellung, dass es dann Blutgerinnsel im Gehirn und Risse in der Halsschlagader geben kann, richtig Angst. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte können da beruhigen. Wirklich genau geklärt sind diese Fälle nicht. Sicher ist, dass der Druck vor dem Niesen bei geschlossenen Nasenlöchern mit dem vergleichbar ist, der im Herzen eines Bluthochdruckpatienten herrscht, wenn sich der Herzmuskel maximal zusammenzieht.

Wenn man es nicht so weit kommen lassen will, dann sollte man beim leisesten Nasenkitzeln Gegenmaßnahmen ergreifen: Zunge gegen den Gaumen pressen oder kräftig an der Nase reiben bzw. die Nase zusammendrücken. Das verjagt den Nieser, wenn man Glück hat. Falls die Zeit reicht, könnte man auch schnell den Ort der Ruhe verlassen und dort, wo es kein Problem ist, herzhaft niesen.

Andererseits, wenn man vorsichtig – und darauf liegt die Betonung – in die Armbeuge niest, anschließend ein (sauberes) Taschentuch hervorholt, sich die Nase putzt und eine Entschuldigung murmelt, dann erhält man in der Regel ein mitfühlendes Lächeln der Umsitzenden. Schließlich wissen alle, wie man sich fühlt, und jeder ist froh, dass er nicht der Störenfried war.

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